Ein neues Interim für unsere 4. Klasse

Das Schuljahr begann provisorisch im Provisorium: für den Containeranbau, der unsere vierte Klasse beherbergen sollte, fehlten für die endgültige Nutzungsaufnahme noch ein paar Unterschriften. Das war gut für die Hausbauepoche – konnte der ungenutzte Raum doch das viele Material und Werkzeug aufnehmen. Das war aber nicht ganz so schön für die vierte Klasse, die ihren Unterricht zunächst im Mensaraum begann. Und das wiederum war erstmal nicht so schön für alle anderen Klassen, die nun ihr Mittagessen in den Klassenräumen einnehmen mussten. Was dann für einen Schulbetrieb unter Coronabedingungen aber schließlich doch ganz hilfreich ist. Nun, Coronaschule und damit abgesondertes Mittagessen für jede Klasse gilt zwar weiter, die vierte aber konnte nach den Herbstferien ihre neuen, wirklichen Räume beziehen!

Alle Genehmigungen sind da und zum letzten Bausamstag haben die helfenden Eltern und Mitarbeiter alles so hergerichtet, dass sich unsere vierte Klasse nun über ein großes, lichtdurchflutetes Klassenzimmer freuen kann.

Warum, nochmal, bauen wir eigentlich so schnell weiter und können nicht erstmal ein paar Jährchen hier drin bleiben …..?

Was ist denn da auf unserer Wiese los …?


Autos, Gerätschaft, ziemlich viel Krach und Männer, die sich über den Boden beugen … nah herankommen soll man nicht – unser Hausmeister Christoph Stephan aber macht ein paar Schnappschüsse, die verraten, was dort vor sich geht:

Mit langen Bohrern werden Bodenproben auf unserem Baufeld genommen.

Es geht los!

Nach langem Warten auf einen positiven Fördermittelbescheid legen wir jetzt richtig los (und hoffen nur, dass uns Corona nicht allzu sehr aufhalten wird): eine Architektengemeinschaft ist ausgewählt und steht uns engagiert zur Seite, Ausschreibungen laufen, die Pläne und Zeichnungen wurden an die aktuellen Bedürfnisse und Anforderungen angepasst. Und: der Bauantrag ist eingereicht! Nun dauert es nicht mehr lange, und es ist auch auf unserem Baufeld zu sehen, dass Mittelstufengebäude und Mittagshaus bald Realität werden.

In den Räumen der Architekten-Arbeitsgemeinschaft, die unser Bauvorhaben begleitet, unterzeichnet unser Vorstand Sabine Schröder die Bauantragsunterlagen für unseren 1. Bauabschnitt – Mittagshaus und Mittelstufenhaus. 

früh übt sich – Hausbauepoche der 4. Klassen

Auch wenn im Hintergrund längst die Köpfe dampfen, um Nachhaltigkeit, Funktionalität, Schönheit und Ressourcenschonung unter ein Schuldach zu bekommen – zu sehen ist noch nichts von unserem Schulneubau.

Da sind wir schneller, dachte sich die 4. Klasse vor den Sommerferien und nutzte ihre Hausbauepoche zum Bau eines Lehmofens. Auch hier musste überlegt und gut geplant werden, um das, was im Großen gilt, auch im Kleinen zu verwirklichen. Und mit Erfolg: nach einigen Tagen intensiver Bautätigkeit konnte die erste Pizza gebacken werden.

Allerdings: dem Ofen fehlte noch ein Dach. Und hier wiederum packte nach den Sommerferien die nunmehr 4. Klasse an: Geschält, gesägt und angepasst wurden Robinienstämme, aufgestellt zu den Stützen eines Dachstuhls und schließlich mir Brettern gedeckt.

Nach einer Woche konnte Richtfest gefeiert und dem kommenden Herbstregenwetter gelassen entgegengeblickt werden.

Ausgestattet mit theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung warten nun schon fünf Jahrgänge darauf, den Fortschritt unseres Schul-Neubaus fachmännisch kommentieren zu können. Aber nicht mehr lange, dann bauen wir um die Wette …

Kinder gibt’s zwar gerade keine, genug zu tun aber allemal

Covid-19-bedingt liegt unsere Schule hinter verschlossenem Straßentor.

Die Kinder unserer Schule lernen und arbeiten nun schon seit drei Wochen zu Hause. Die Eltern auch.

Das heißt aber nicht, dass an unserer Schule nichts passiert – nein, im Büro dampfen die Köpfe und Rechner, um unsere Schulzukunft zu profilieren und unsere neuen Gebäude auch in unsicheren Zeiten realisieren zu können. Und in Werkstatt, Hof und Garten ackern Hausmeister und Gartenbaulehrerin (in gehörigem Abstand!), um dringende Aufgaben zu erledigen: legen Wege an, bauen neue Bänke und Beete und bringen eine großzügige Spende von Hornbach in die Erde.

grünes Licht in Sicht?

In seiner Sitzung am 26. März stimmte Dresdner Stadtrat dem „Maßnahmeplan der Landeshauptstadt Dresden zur Bildungsinfrastruktur“ zu. Darin enthalten: unser Antrag auf Förderung der Baukosten für den 1. Abschnitt unseres Schulneubaus.

Ein Stein fällt uns vom Herzen – und soll zum Fundament für unsere Zukunft werden.

Nun warten wir gespannt auf die nächste Nachricht der Förderbank, hoffen, alle Hürden aus dem Weg geräumt zu haben und darauf, den endgültigen Bescheid bald tatsächlich in den Händen zu halten. Und dann: los geht’s!

Abschied nehmen in Etappen

Je mehr wir in Niedersedlitz angekommen, desto mehr verabschieden wir an der Marienallee.

Der Ort, an dem zwei Jahre unsere Gartenschule die unteren Klassen und den Hort beherbergte, verrät schon kaum noch etwas vom eben noch bunten Schultreiben:

Das Gelände unserer alten Gartenschule nach dem Abbau
rückgebaute Zäune – nur noch ein paar Pfade lassen erkennen, dass hier vor kurzem noch unsere Kinder spielten

Auch die Dorfplatzschule ist bereit, neuen Aufgaben Raum zu geben – unser ehemaliges Lehrerzimmer strahlt in frischem Weiß und erwartet seine nächsten Nutzer:

renoviertes Lehrerzimmer unser alten Dorfplatzschule

Das fliegende Klassenzimmer

ready for taking off

unsere ersten Klassenzimmer sind auf dem Weg zum neuen Standort – „zum Glück ist unsere Tafel gut gesichert“, weiß Lina aus der ersten Klasse – na, dann wird nichts schiefgehen und das neue Schuljahr im August gut starten können …

Jeden Tag sieht’s anders aus …

Der Umzug unserer Container steht bevor! Und täglich verändert sich unser neuer Standort: Flächen werden ausgeglichen, Wege entstehen, Schilder kündigen uns an.

Von unserem alten Standort haben wir als Schulgemeinschaft am Freitag, dem letzten Schultag Abschied genommen. Mit uns nach Niedersedlitz ziehen werden Samen unseres Schulgartens, die am neuen Ort bald ausgebracht werden und dort mit uns wachsen sollen. Außerdem haben wir Pflanzen in Ton gedrückt, getrocknet, gebrannt – diese Fliesen werden wir am neuen Ort verbauen, sie erinnern uns an unsere allererste Umgebung.

Wandel und Umbruch ein Rückblick mit Aussicht

Die Neue Waldorfschule Dresden bekommt eine neue Adresse, denn endlich ziehen wir auf unser Grundstück. Doch bevor die ersten Kisten gepackt werden, wollen wir an dieser Stelle auf die vergangenen, erlebnisreichen Monate zurückblicken.

Die Linde in Niedersedlitz

Mitte April pflanzten, bei strahlendem Sonnenschein, Milena Rentsch (Schulleiterin) und Kathrin-Susann Köhler (Geschäftsführerin) gemeinsam mit dem Dresdner Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften eine Linde auf dem Grundstück in Niedersedlitz.
Im Beisein einiger Vertreter der Politik, der Medien und unserer Schule konnte an diesem herrlichen Vormittag etwas Bleibendes entstehen, als Symbol für das Wurzeln der Neuen Waldorfschule Dresden an ihrem zukünftigen Standort in Dresden-Niedersedlitz und als Dank für die Arbeit der beteiligten Ämter der Stadt Dresden. Ihre Wünsche an den neuen Standort malte die 3. Klasse und überreichte diese Bilder mit Freude den Personen, die unser Vorhaben stets unterstützt haben.

Lindenpflanzung durch Frau Rentsch, Frau Köhler und Herrn Schmidt-Lamontain

Schulfest mit Zirkuszelt am neuen Standort

Ein munteres, buntes Treiben erlebten die Linde und zahlreiche Gäste zwei Wochen später. Das Schweizer Wandertheater „pas de deux“ besuchte die Neue Waldorfschule Dresden auf der Wiese in Niedersedlitz. Der Aufbau des großen Zirkuszeltes gestaltete sich am ersten Tag bei strömendem Regen schwierig, aber schon am folgenden wurde eine fleißige 6. Klasse mit Sonnenschein belohnt und konnte gleich die, selbst aufgebaute, Bühne im Zirkuszelt für eine Probe ihres Klassenspiels nutzen.

Nun konnten die Zirkusvorstellungen des Duos beginnen und die folgenden Tage tauchten sie unseren künftigen Schulstandort in eine zauberhafte Märchenwiese.

Am Samstag erfreute sich dann die ganze Schulgemeinschaft bei einem großen Schulfest daran und gemeinsam mit der zukünftigen Nachbarschaft wurde gefeiert. Neben einer Monatsfeier im Zirkuszelt feierten wir das 100-jährigeWaldorfjubiläum und luden die Gäste zu zahlreichen Mitmachaktionen ein. Offenbar tat es uns das Wetter aber nun gleich und zeigte mit Energie und Freude, was es zu bieten hatte. Eiseskälte und Dauerregen konnten uns nicht davon abhalten, trotz undichter Pavillons und nassen Füßen das Grundstück mit Freude und Tanz kennenzulernen. Denn Rückschritte und Widrigkeiten durfte unsere Schulgemeinschaft schon zahlreiche überwinden.

Die Zirkuswoche mit unserem Schulfest hat uns gezeigt, was auf unserem Gelände möglich ist und mit welcher Freude wir weiter voran gehen. Wir konnten auch unseren Gästen, Familien aus der Nachbarschaft und Freunden unsere Schule näher bringen und ihnen ein bisschen Zauber des Anfangs mitgeben.

Bauvorhaben

Und der nächste Schritt, unser Bauvorhaben in Niedersedlitz realisieren zu können, wurde am 06.06.2019 gegangen. Der Stadtrat stimmte bei seiner Sitzung mit einem klaren JA für unser Bauvorhaben.

Also angepackt und losgelegt, wir freuen uns riesig wenn die Bagger anrollen und wir aus den Schuhkartons unserer gemütlichen Gartenschule heraus, Stein für Stein unsere Schulgebäude entstehen sehen.