Wandel und Umbruch ein Rückblick mit Aussicht

Die Neue Waldorfschule Dresden bekommt eine neue Adresse, denn endlich ziehen wir auf unser Grundstück. Doch bevor die ersten Kisten gepackt werden, wollen wir an dieser Stelle auf die vergangenen, erlebnisreichen Monate zurückblicken.

Die Linde in Niedersedlitz

Mitte April pflanzten, bei strahlendem Sonnenschein, Milena Rentsch (Schulleiterin) und Kathrin-Susann Köhler (Geschäftsführerin) gemeinsam mit dem Dresdner Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften eine Linde auf dem Grundstück in Niedersedlitz.
Im Beisein einiger Vertreter der Politik, der Medien und unserer Schule konnte an diesem herrlichen Vormittag etwas Bleibendes entstehen, als Symbol für das Wurzeln der Neuen Waldorfschule Dresden an ihrem zukünftigen Standort in Dresden-Niedersedlitz und als Dank für die Arbeit der beteiligten Ämter der Stadt Dresden. Ihre Wünsche an den neuen Standort malte die 3. Klasse und überreichte diese Bilder mit Freude den Personen, die unser Vorhaben stets unterstützt haben.

Lindenpflanzung durch Frau Rentsch, Frau Köhler und Herrn Schmidt-Lamontain

Schulfest mit Zirkuszelt am neuen Standort

Ein munteres, buntes Treiben erlebten die Linde und zahlreiche Gäste zwei Wochen später. Das Schweizer Wandertheater „pas de deux“ besuchte die Neue Waldorfschule Dresden auf der Wiese in Niedersedlitz. Der Aufbau des großen Zirkuszeltes gestaltete sich am ersten Tag bei strömendem Regen schwierig, aber schon am folgenden wurde eine fleißige 6. Klasse mit Sonnenschein belohnt und konnte gleich die, selbst aufgebaute, Bühne im Zirkuszelt für eine Probe ihres Klassenspiels nutzen.

Nun konnten die Zirkusvorstellungen des Duos beginnen und die folgenden Tage tauchten sie unseren künftigen Schulstandort in eine zauberhafte Märchenwiese.

Am Samstag erfreute sich dann die ganze Schulgemeinschaft bei einem großen Schulfest daran und gemeinsam mit der zukünftigen Nachbarschaft wurde gefeiert. Neben einer Monatsfeier im Zirkuszelt feierten wir das 100-jährigeWaldorfjubiläum und luden die Gäste zu zahlreichen Mitmachaktionen ein. Offenbar tat es uns das Wetter aber nun gleich und zeigte mit Energie und Freude, was es zu bieten hatte. Eiseskälte und Dauerregen konnten uns nicht davon abhalten, trotz undichter Pavillons und nassen Füßen das Grundstück mit Freude und Tanz kennenzulernen. Denn Rückschritte und Widrigkeiten durfte unsere Schulgemeinschaft schon zahlreiche überwinden.

Die Zirkuswoche mit unserem Schulfest hat uns gezeigt, was auf unserem Gelände möglich ist und mit welcher Freude wir weiter voran gehen. Wir konnten auch unseren Gästen, Familien aus der Nachbarschaft und Freunden unsere Schule näher bringen und ihnen ein bisschen Zauber des Anfangs mitgeben.

Bauvorhaben

Und der nächste Schritt, unser Bauvorhaben in Niedersedlitz realisieren zu können, wurde am 06.06.2019 gegangen. Der Stadtrat stimmte bei seiner Sitzung mit einem klaren JA für unser Bauvorhaben.

Also angepackt und losgelegt, wir freuen uns riesig wenn die Bagger anrollen und wir aus den Schuhkartons unserer gemütlichen Gartenschule heraus, Stein für Stein unsere Schulgebäude entstehen sehen.


immer wieder Neues zu gestalten

zentraler Hortraum der Gartenschule

Gartenschule und Schulhof verändern sich immer weiter: Neue Ideen werden probiert, auch der Alltag fordert Anpassungen. Aus Improvisationen werden so Räume, in denen sich alle sehr wohlfühlen. Die Werkstatt ist in einen abgelegeneren Bereich gezogen – so kann dort gehämmert und gewerkelt werden, ohne dass die Kinder in den Klassenräume alles mithören müssen. Der gemütliche zentrale Mittelraum wird jetzt als Mensa und für den Hortnachmittag genutzt.

Zugang zum Schultierpark

Auch auf dem Schulhof gibt es immer wieder zu tun – und dank der Bausamstage können die Ergebnisse schnell für unsere Schule genutzt werden: Ein Törchen erlaubt, dass unsere Kinder ohne Umweg zu ihren gefiederten und pelzigen Freunden ins Gehege schlüpfen können, wo die Schultiere mittlerweile ein gut ausgestattetes Zuhause bewohnen.

ausruhen …

Neue Bänke aus Paletten laden dazu ein, zwischen Saltos vom Zaun in den Sandkasten und Sprüngen über dicke Balken, zu verweilen. Und tröpfelt der Regen oder scheint die Sonne einmal zu sehr, kann neben dem Fachwerkunterstand auch ein neues Vordach am Hortraum schützen.

Licht in der Dunkelheit

Als nächstes gilt es, den Schulhof für die Dunkelheit auszurüsten: Zum Martinsfest haben wir ihn zwar in gemeinsamem Laternenlicht erstrahlen lassen. Da dieses Licht nun aber in jedem einzelnen Zuhause weiter scheint, wird eine alternative Schulhofbeleuchtung nötig. Die Masten und Kabel liegen schon bereit, bald werden die Lampen montiert.

… still under construction …

Ein neuer improvisierter Schulhof fordert stets tatkräftige Helfer, die auf neue Gegebenheiten reagieren. Vielen Dank allen, die unter Führung des Einrichtungskreises immer wieder aufs Neue räumen und rücken!

Das weiß-rote Absperrband wird uns noch eine Weile begleiten, es hängt aber schon an der nächsten Stelle….

 

Willkommen im neuen Schuljahr

In den Sommerferien wurde wieder fleißig geräumt und gewerkelt und dank großartigem Einsatz der Pädagogen und Eltern begrüßen uns pünktlich zum Schuljahresbeginn einladende Klassen- und Horträume auf dem unteren Gelände. Während die Klassen 1 bis 3 künftig hier in der Gartenschule unterrichtet werden, bleiben die Klassen 4 bis 6 noch ein Jahr in den Räumlichkeiten der Marienallee 12, unserer Dorfschule. Auch das Schulbüro ist wie gewohnt dort untergebracht.

 

 

Klassenraum Lieferung

Die letzte Woche vor den Sommerferien ist voller Überraschungen. Jeden Tag dürfen die Kinder neue Dinge erleben. Vom Tauschflohmarkt bis zum Puppentheater haben sich die Pädagogen ein buntes Programm überlegt. Zwischendrin wuseln die Lehrer mit ersten Umzugskartons umher und helfende Eltern räumen die Schränke aus. Denn es ist viel zu tun, das neue Schuljahr bringt einige Veränderungen.

Am Mittwoch bekam die Schule ein besonders großes Paket. Die neuen Klassenräume wurden verpackt und in Einzelteile zerlegt, auf großen Lastwagen geliefert. Diese müssen nun ausgepackt, zusammengesetzt und ausgerichtet werden. Der Umzug für das neue Schuljahr steht kurz bevor.

Die Vorstellung, wie hier ein guter Lehrraum für unsere Kinder entstehen soll, fällt zunächst nicht leicht. Aber die Entwicklung unseres Zwischenstandorts von einer jüngst noch wilden Brachfläche zu einer grünen Oase lässt uns zuversichtlich sein.  Mit der Energie und der Kraft unserer Schulgemeinschaft und nicht zuletzt den Ideen unserer Kinder wird ein guter Raum entstehen.
So freuen wir uns auf das kommende Schuljahr!

Interim wird zum Abenteuerland

Unser Zwischenstandort wird von Tag zu Tag mehr zu einer kleinen, grünen Oase, die unsere Kinder für sich erschließen. Am Anfang des Schuljahres wurden die Container noch recht unbemerkt aufgestellt, nun sind sie das Zentrum des Schulalltags.

Im kommenden Schuljahr 2018/19 werden hier die Klassen 1, 2 und 3 unterrichtet. Auch das Hortleben für die ersten vier Klassen wird die Nähe zum Schulhof genießen. Die Klassen 4, 5 und 6 nutzen für den Unterricht  und den Schulklub (Klasse fünf und sechs) noch für ein weiteres Jahr die Räume in der Marienallee 12.

Um den Kindern für die nächsten drei Jahre einen guten Raum zu schaffen,  wurden Zäune gezimmert, Beete befüllt und Erdhügel versetzt. Von einem betonierten Parkplatz ist nicht mehr viel zu sehen. Nicht nur die Kinder erobern den Platz für sich, auch der Natur wird Raum geschenkt. In den Morgenstunden besucht gerne mal ein Reh das Gelände und im angrenzenden Robinienwäldchen ranken sich Gerüchte über Wildschweinsichtungen.

Auch nach der Schule wird das Gelände von unseren Familien genutzt – zum Spielen, gemeinsam verschönern und Feiern.

Mittendrin wuseln die Kinder und werken und schleppen und schaufeln und pflanzen. Denn wo nichts ist, kann die Fantasie alles erschaffen. So entstand in den vergangenen Wochen zum Beispiel eine Kräuterspirale im Hort. Stromernde Kinder suchten im Wäldchen Ziegelsteine und fanden nicht selten kleine geheime Schätze. Eine unermüdliche Hortnerin schaufelte Erde und starke Kinderarme trotzten der Hitze und fuhren mit der Schubkarre voll Sand noch eine extra Runde über die Erdhügel, weil das so schön saust und holpert.

Die Pflanzen in unseren Hochbeeten, wunderbar in den Garten eingefügt, sprießen und die ersten Früchte wurden schon geerntet. Die gefiederten Mitglieder unserer Schulgemeinschaft sind bereits in ein schönes Gehege umgezogen.

Das Schulgelände ist sehr wandelbar und je mehr es belebt wird, desto mehr treten die starren, weißen Container in den Hintergrund und werden zu flexiblen Orten des Lernens. Auch im Inneren lässt der Hortraum schon erahnen, dass die künftigen Klassenzimmer nicht viel vom metallenen
Container erkennen lassen.
Unser Hüttendorf schlägt zwar keine Wurzeln, wird uns in den nächsten drei Jahren aber einen abenteuerlichen Raum bieten, der sich mit den Bedürfnissen und Ideen der Schulgemeinschaft wandelt. Und auch ohne Wurzeln trägt er bereits Früchte.